Sonntag, 11. November 2007

Kreuz und quer

Nach unserem Ausflug ins Fjordland gings dann gleich einmal quer durchs Land von der West- zur Ostküste. Eigentlich wollten wir ja ganz in den Süden nach Invercargill und in die Catlins. Aber als wir gelesen haben, dass es dort hauptsächlich Wald gibt, haben wir unseren Plan mal wieder geändert. Wald hatten wir die letzten Tagen eh jede Menge und für Waldviertler ist das ja jetzt nicht sooo spannend. Die 400 km gingen so flott, dass wir jetzt noch mehr ganz entspannte Tage einlegen können, in denen wir den Bus gar nicht starten müssen.

An der Ostküste haben wir uns dann erstmal die Stadt Dunedin angeschaut. Dort hat´s uns aber - wie bisher hin allen Städten - nicht gefallen, weshalb wir nur 1x rund um den Hauptplatz gegangen sind und dann gleich weiter Richtung Norden gefahren sind. Nächster Halt: Moeraki Boulders. Das sind komische kuglige Steine, uralt, von denen keiner weiß, wie sie an den Strand gekommen sind. Ziemlich unspektakulär, aber immerhin haben sie - wie fast jeder Steinhaufen in NZ - ein eigenes Visitor Center :)
Das ist überhaupt so eine Sache, die die Kiwis ganz gut können: ihre Sehenswürdigkeiten vermarkten - ob sehenswert oder nicht, egal, man weist zumindest rechtzeitig mit einem Schild drauf hin.


Weiter im Norden wollten wir in einer kleinen Stadt namens Oamaru eigentlich nur unsere Vorräte ein bissl aufstocken und dann gleich weiter fahren. Das war die erste Stadt in NZ, die uns gefallen hat. Oamaru ist irgendwie in der Vergangenheit hängengeblieben. Es gibt einen historischen Stadtteil im viktorianischen Stil. Und etliche kuriose Läden aus dieser Zeit. Da man sich dort gerade auf eine "Victorian Fete" vorbereitet, laufen die Leute in alten Kostümen herum bzw. fahren mit Pferdekutschen durch die Gegend. Es war jedenfalls so nett dort, dass wir anstatt ein paar Minuten gleich den ganzen Tag geblieben sind. Am Abend wollten wir uns noch Pinguine ansehen, aber dafür waren wir leider zu früh dran. Sie waren noch draußen am Meer. Aber wenn sie dann zurück kommen, kannst du als Tourist bequem auf einer überdachten Tribüne Platz nehmen und den Pingus zusehen, wie sie die Straße queren. Absurd.





Jetzt war uns wieder nach Bergen, daher sind wir wieder zurück ins Landesinnere gefahren. Eine Nacht haben wir am Ufer des wunderschön türkis leuchtenden Lake Pukaki verbracht.


Am nächsten Tag gaben wir unserem "alten Bekannten" Mount Cook noch einmal eine Chance (nachdem er sich bei unserem ersten Besuch von der anderen Seite aus in dichtem
Nebel versteckt hatte). Aber: die gleiche Aussicht in Grün: Nebel ... Nebel ... Nebel . Für eine Minute hatten wir mal den Blick drauf frei - schnell ein Foto :) Eigentlich wollten wir dort wieder einen Track gehen, aber bei diesen - nicht vorhandenen - Aussichten, haben wir dann doch verzichtet.


Wirklich interessant war hier allerdings der landschaftliche Kontrast. Auf der einen Seite ein schneebedecktes Gebirge mit ca.3.600 Meter Höhe, auf der anderen Seite (im Regenschatten des Mt. Cook) eine weitläufige, karge und steppenartige Ebene mit nur wenig Grün sowie einem ausgetrocknetem Fluß ... .


Haben uns also wieder auf den Weg Richtung Ostküste gemacht. Kurzer Stopp am Lake Tekapo. In Bildbänden und auf Postkarten schaut es dort echt toll aus - kleine, alte Stein-Kirche an einem von Gebirge eingerahmten See. Was aber die Neuseeländer aus der Gegend gemacht

haben, ist echt heftig: ein Hotel neben dem anderen, ein "Touristenhighway" bis 2 Meter vor die besagte Kirche und natürlich ein Visitor Center. Das ist so schade, denn es ginge auch anders: Der nahegelegene Lake Pukaki sieht ganz ähnlich aus, dort hat man aber auf den ganzen Rummel verzichtet - viel besser so.


Heute sind wir wieder an der Ostküste angekommen. Bleiben jetzt ein bissl auf der Banks Peninsula in Akaroa. Das war mal eine französische Siedlung und ist jetzt ein total herziger Ort mit Meer im Vordergrund und Bergen im Hintergrund. Wenn wir mal in Pension gehen, wollen wir hier wohnen :)



1 Kommentar:

der georg hat gesagt…

fein fein zu sehen, wie gut es euch geht...
wünsch euch eine schöne restliche zeit bei den kiwis...

p.s. haben die dort keine richtigen boulderfelsen?!? sowas, tztztz...